Freitag, 12. August 2016

Legenden von Andor

Legenden von Andor ist ein Koop-Brettspiel und wurde Kennerspiel des Jahres 2013.



Autor: Michael Menzel
Erscheinungsjahr: 2012
Spielerzahl: 2 - 4
Altersangabe: ab 10
Spieldauer: 60 - 90 Minuten
Herausgeber: Kosmos

Beschreibung:
Die Legenden von Andor spielen im gleichnamigem Land Andor, welches von verschiedenen Monstern bedroht wird. Ihr schlüpft in die Rolle von mehreren Helden und sorgt dafür, dass die Burg nicht von Monstern überfallen wird und verfolgt Aufträge, die man am Anfang oder während der jeweiligen Legende erhält. Der Kampf gegen Monster funktioniert mit Würfeln, die der Held und das Monster werfen. Besiegte Monster gewähren Belohnungen, die man für das weitere Spielen benötigt, sorgen aber wiederum dafür, dass man für das Erreichen der Legendenziele weniger Zeit, was es unabdingbar macht, zu entscheiden, welches Monster man tötet, und welches nicht.


Ablauf und Gameplay:

Aufbau: Nachdem man den ganzen Inhalt der Kiste ausgeräumt und sortiert hat, beginnt der Aufbau der Legenden. Jeder Spieler sucht sich einen Held aus und richtet seine Heldentafel ein. Die Karte wird mit den Standardgegenständen, wie Brunnen und Nebelplättchen, und legendenspezifischen Dingen, wie Kräuter und Runensteinen, aber auch den ersten Monstern besetzt. Während des Aufbaus liest der Legendenerzähler (in der Regel der erfahrenste Spieler) schon die Geschichte vor, die die aktuelle Legende näherbringt.

Helden: Magier: Er hat nur einen Würfel, kann aber einen Heldenwürfel pro Kampfrunde einmal umdrehen und aus einer 1 eine 6 zaubern. Am besten empfiehlt sich für den Magier die Runensteine, mit denen er den großen schwarzen Würfel, der von 6 bis 12 geht, erhält.
Bogenschütze: Er hat bis zu fünf Würfel und kann von benachbarten Feldern aus angreifen, aber muss jeden Würfel einzeln werfen und der Letzte gilt. Mit dem Trank der Hexe kann er seinen Würfelwert verdoppelt.
Krieger: Mit bis zu vier Würfeln, die er gleichzeitig wirft, hat er gute Chancen eine 6 zu würfeln. Er bekommt an Brunnen 5 statt 3 Willenspunkten, was ihn zu einem guten Läufer macht. Mit einem Helm kann er gleiche Würfelwerte addieren.
Zwerg: Er hat bis zu 3 Würfel und sollte einen möglichen Pasch auch mit einem Helm zu einen höheren Kampfwert berechnen. Der Zwerg kann am Markt der Mine (Feld 72) für 1 Gold, 1 Stärkepunkt kaufen und wird schnell zum stärksten Held, da er von den anderen schnell hochgepuscht wird.


Oberfläche: Die Heldentafeln zeigen dem Spieler, wieviel Stärke und Willenspunkte er hat, und auch die momentane Würfelanzahl, die er im Kampf benutzen kann. Auf speziellen Inventarplätzen kann der Spieler große und kleine Gegenstände ablegen, und daneben hat er einen Platz für sein gesamtes Gold. Auf dem Spielplan kann man rechts ablesen, wie weit der Erzähler (weiße Figur) auf der Legendenleiste (Buchstaben A bis N) vorangeschritten ist. Jeder Buchstabe steht somit für einen Tag. An der oberen Kante des Spielplans ist das Sonnenaufgangsfeld, das mit kleinen Symbolen zeigt, was alles vorm Start des neuen Tags geschieht, wie die Bewegung der Monster, das Vorlesen einer Ereigniskarte und das Auffüllen der Brunnen. Zu Beginn des Tages liegen hier auch die Zeitsteine der einzelnen Helden, die im Laufe eines Tages über die zehn Stundenfelder ziehen, wobei die hinteren drei Felder so genannte Überstunden sind, die man mit Willenspunktabzug benutzt. An der unteren Kante gibt es noch eine Übersicht über Belohnung, Stärke und Willenspunkte der Monster.

Tagesablauf: Der Spieler auf dem goldenen Hahn des Sonnenaufgangsfeldes beginnt den Tag und muss eine Aktion ausführen. Hierzu zählen Bewegung oder Kampf. Nachdem der Held bewegt wurde, kann er auf seinem jetzigen Feld, Gegenstände aufnehmen und ablegen, oder mit einem Markt oder Brunnen interagieren, wenn einer auf dem Feld ist. Endet die Bewegung auf einem Feld mit Nebelplättchen, wird dieses sofort aktiviert. Nach einer Aktion ist der nächste Spieler links von ihm an der Reihe, der dann auch eine Aktion ausführt. Jeder Held hat sieben Stunden, die er frei nutzen kann. Pro bewegtes Feld oder einer Kampfrunde wird eine Stunde berechnet.

Kampf: Wenn ein Spieler kämpfen möchte, muss er auf dem selben Feld wie das Monster stehen, mit Ausnahme des Bogenschützen, der vom Nachbarfeld aus kämpfen kann. Zuerst würfelt der angreifende Held, dann möglicherweise noch die anderen Helden, wenn sie mit kämpfen wollen. Jetzt entscheiden die Helden, ob sie noch bestimmte Gegenstände oder Fähigkeiten einsetzen wollen und danach werden die Würfel des Monsters gewürfelt. Dann berechnet sich aus (St + AZ des Helden) + (St + AZ weiterer Helden) - (St + AZ des Monsters) der Schaden, wobei St für Stärke und AZ für Augenzahl steht. Der Schaden wird dann von den Willenspunkten des Monsters abgezogen. Erreichen diese 0, ist es besiegt. Sollte der Schaden negativ sein, erwischt es die Willenspunkte des Helden. Erreicht der Held 0 Willenspunkte, verliert er 1 Stärke. Ist das Monster besiegt, gibt es Gold oder Willenspunkte für den Helden und zu guter Letzt, wird der Erzähler auf der Legendenleiste ein Buchstabe weitergesetzt und verkürzt somit die verbleibende Zeit um ein Tag.


Design und Inhalt:
Der Spielplan wirkt hochwertig und besteht aus 6 Flächen, die zusammengefaltet werden, damit der Plan in die Schachtel passt. Auf der Vorderseite sind die Ländereien von Andor in einer schönen Illustration abgebildet. In den Ländereien sind die Burg, ein Fluss, eine Küste, Wälder, Graslandschaft und Gebirge zu sehen. Unterteilt ist das Gebiet in verschieden großen Feldern. Auf der Rückseite ist eine Mine, die in einer späteren Legende besucht wird.
Die Helden und Monster sind zweidimensionale bedruckte Figuren aus Pappe, die in farbige Plasteaufsteller gesteckt werden. Ebenso aus Pappe sind auch die anderen Gegenstände, die auf dem Spielplan landen. Würfel, Zeitsteine und Steine für Stärke und Willenspunkte sind aus Holz, und in der jeweiligen Heldenfarbe angemalt. Desweiteren sind noch die Ereignis- und Legendenkarten, die ansprechend bedruckt sind, und die weiße Erzählerfigur, dabei.


Fazit:
Das Spiel habe ich vor zwei Jahren zum Geburtstag bekommen und gleich am nächsten Tag mit drei Freunden durch alle fünf Legenden gespielt. Während es damals noch einfach war, weil man einige Regeln nicht kapiert hat, ist es mittlerweile anspruchsvoller, aber trotzdem nicht unmöglich, obwohl es öfters vorkam, dass eine Legende in der letzten Stunde verloren wurde. Durch die begrenzte Jagd nach Monstern, wird das Spiel stark strategisch und es kristallisieren sich meist nur wenige Möglichkeiten heraus, die dann in den Kämpfen auch stark vom Würfelglück der Helden abhängen.
Während bei ungeübten Spielern die 90 Minuten pro Legende gut eingehalten werden, artet es bei erfahreneren Spielern oftmals in langen Diskussionen aus. Wem die fünf Legenden zu wenig sind, kann einerseits auf die Erweiterungen zugreifen, oder sich aus dem Internet zahlreiche Fanlegenden ausdrucken.

Punkte: 7/10


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